Als der „Kleine Bär“ laufen lernte…
– Die Geschichte der Theater-AG Biblis „Kleiner Bär & Company“
Kapitel 1: „Wie alles begann“

Die Erfolgsgeschichte des „Kleinen Bären“ begann vor über 35 Jahren. „Damals fand ein Sommerfest in der Kindertagesstätte ´Pusteblume´ in Biblis statt. Die Erzieherinnen hatten die Idee, dass wir Erwachsenen etwas für Kinder aufführen könnten“, erinnert sich Norbert Linn, der zu dieser Zeit Elternbeiratsvorsitzender war. Und so kam es, dass sich der komplette Elternbeirat sowie weitere Eltern auf der Bühne wiederfanden. Als Stück schlugen die Erzieherinnen „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch vor, mit den beiden Freunden Tiger und Bär und der gestreiften Tigerente. Die Aufführung war ein voller Erfolg und das Interesse so groß, dass das Stück bei den Ferienspielen gleich nochmals in der Riedhalle aufgeführt wurde. „Da sind wir dann richtig auf den Geschmack gekommen und haben uns dazu entschieden, den Kindertheaterverein „Kleiner Bär & Company“ zu gründen, das war 1991″, erzählt Norbert Linn, der damals zu den Gründungsmitgliedern gehörte und noch heute dabei ist.
Drei bis vier Stücke studierten wir im Jahr ein und gingen in der Region auf Tour, spielten bei Kindergärten und zu Festen und hatten bei manchen Auftritten bis zu 700 Besucher. Doch irgendwann wurde es einfach zu viel, der Stress zu groß, die Zeit zu knapp, daher präsentierte sich die Gruppe nur noch zweimal im Jahr, zum Gurkenfest in Biblis und am 1. Advent, etwas später dann nur noch in der Adventszeit. „Wir erhielten zudem 2001 den Kulturpreis der Gemeinde Biblis„, so Norbert Linn. Damals waren wir zwischen 15 und 20 Personen und machten alles selbst: von den Kulissen bis hin zu den Kostümen. Doch dann, 2005, öffnete sich zum letzten Mal der Vorhang für „Kleiner Bär & Company“. Die Vereinsmitglieder waren danach auf der Bühne nicht mehr aktiv.

Kapitel 2: „Winterschlaf“

Von 2005 bis 2011 herrschte somit Winterschlaf beim „Kleinen Bären“. Dann kam 2011 das Schreiben vom Finanzamt, dass die Gemeinnützigkeit nicht mehr gegeben sei, der Verein müsse sich auflösen. „Da wurden wir wachgerüttelt, das wollten wir auf keinen Fall zulassen„, sagt Vanessa Maßholder, die Tochter von Norbert Linn. „Das ist doch unsere Kindheit, wir waren immer dabei. Unsere Eltern haben das damals für uns Kinder ins Leben gerufen, das muss fortgeführt werden“, stimmten damals Nadine Pfaff und ihr Bruder Marc Drackert zu, deren Vater Wolfgang Drackert ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern gehört und immer noch dabei ist. Plötzlich stand da eine junge Generation an Theaterfreunden, die begannen, den „Kleinen Bären“ aus seinem Winterschlaf aufzuwecken.
Kapitel 3: „Der kleine Bär darf nicht sterben!“
Mit „Der kleine Bär darf nicht sterben!“ starteten wir einen Aufruf in Facebook, in den Printmedien und unter Freunden, bekamen positive Resonanz zurück und engagierte Mitstreiter meldeten sich. Den ersten Auftritt hatten wir dann 2012 mit einem Sketch auf der Kinderfastnacht der Turngemeinde in Biblis, der sehr gut bei den Kindern ankam. „Sie haben das alles alleine einstudiert, geprobt und umgesetzt“, erinnert sich Norbert Linn stolz. Das Engagement und das Herzblut der Truppe stimmte, wir wollten auf jeden Fall weitermachen.

Kapitel 4: „Bühnenerfolge“

Das nächste Ziel war dann der erste Auftritt der „neuen Bären“ im Advent 2012. Dort brachten wir das Stück „Oh, wie schön ist Panama“ auf die Bühne: Jenes Stück, mit dem einst alles, vor über dreißig Jahren, begann. Somit eine Hommage an die Anfänge der Theatergruppe „Kleiner Bär & Company“.
Beflügelt vom Erfolg der Aufführung, bei der vor vollem Bürgerzentrum Biblis gespielt werden konnte, ging es zum nächsten Projekt. Im Herbst 2013 wurde das von der alten Truppe selbst geschriebene Stück „Versprochen ist Versprochen“ aufgeführt, ebenfalls wieder mit dem kleinen Bären und dem Tiger in der Hauptrolle. Eigentlich ein Markenzeichen der Gruppe.
Dann jedoch wurde die Theatergruppe flügge und entwickelte sich weiter. Statt Stücke von damals suchten wir uns „eigene Stücke“ aus, die wir liebevoll und phantasiereich auf die Bühne brachten. So wie dem beinahe vergessene Märchen „Das Männlein Mittentzwei„. Ein Bär spielt zwar noch mit, aber von der reinen „Janosch-Mentalität“ hat sich die Gruppe längst gelöst.
Unsere Aufführungen haben sich gut etabliert, seit vielen Jahren sind sie bereits im Vorverkauf ausverkauft, was zeigt, dass Kindertheater direkt im Ort bzw. in der Region für Familien ein kultureller Anziehungspunkt ist. Wir haben viele Anfragen nach weiteren Karten oder einer zweiten Vorstellung erhalten und es war auch für uns traurig zu hören, dass nicht alle Kinder/Familien Karten für die jeweilig Vorstellung bekommen konnten. Seit 2019 bieten wir zwei Vorstellungen an. (👉 Übersicht unserer Vorführungen)

Kapitel 5: „Als der Vorhang geschlossen blieb“

Eine kleine Zwangspause mussten wir in den Jahren 2020 bis einschließlich 2023 vornehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten keine Aufführungen stattfinden und obwohl die Bestimmungen in 2023 ausreichend gelockert waren, kam dann die vorübergehend Notunterbringung eines Kindergartens in die Spielstätte dazwischen.
Heute
Seit 2024 finden wieder Vorstellungen statt und wir heißen zweimal im Jahr alle Kinder und ihre Begleiter Herzlich Willkommen, wenn sich der Vorhang im Bibliser Bürgerzentrum wieder hebt!

